Windows-Apps isolieren mit Sandboxie Plus

Windows-Apps isolieren mit Sandboxie Plus

Warum sollte ich es nutzen?

Vorteile:

  • verhindert Datenmüll
  • schützt vor Veränderungen am System (z.B. Verschlüsselung der Daten, Änderungen an der Registry, …)
  • geringe Systemanforderungen (im Gegensatz zu einer virtuellen Maschine)
  • schützt vor der Auslesung des RAMs außerhalb der Sandbox
  • Sandbox kann das aufnehmen von Screenshot verhindern (Experimentel)
  • Zugriff auf Kamera und Mikrofon verhindern
  • Datenschleudern einsperren
  • Schutz vor:
    • (Software-)Keyloggern
    • Verschlüsselungs-Malware (Ransomware)
    • Trojanern

Nachteile:

  • funktioniert nur unter Windows
  • nicht jede Software lässt sich in einer Sandbox installieren/ausführen
  • Malware kann herausfinden, dass sie sich in einer Sandbox befindet und sich dann unauffällig verhalten
  • Zugriff auf Kamera und Mikrofon kann nicht freigegeben werden
  • Programme in einer Sandbox können Prozesse außerhalb der Sandbox sehen
  • kostenpflichtiges Zertifikat für mehr Funktionen nötig
  • es gibt keine 100%ige Sicherheit

Warum sollte ich Programme darin installieren

Der größte Vorteil m.M.n. ist das man Programme die in einer Sandbox installiert sind beseitigen kann ohne das noch Datenmüll übrig bleibt.

Was bedeutet Sandbox?

Eine Sandbox ist wie ein „Gefängnis“ für ein Programm. Das Programm wird eingesperrt/isoliert und man kann festlegen worauf die Sandbox, und damit das darin laufende Programm, zugreifen darf. In der Sandbox hat das Ausnutzen von Sicherheitslücken im Idealfall keine Auswirkungen auf das System.

Sandboxie Classic/Plus

Sandboxie ist ein Open Source Programm mit dem man unter Windows andere Programme in eine Sandbox packen kann. Es gibt zwei Versionen von Sandboxie, Sandboxie Plus und Sandboxie Classic. Sandboxie Plus hat im Gegensatz zu Sandboxie Classic eine modernere Oberfläche mit mehr Einstellungsmöglichkeiten, daher sollte man immer Sandboxie Plus installieren. In diesem Tutorial gehe ich auch ausschließlich auf die Kostenlose Version ein, da diese oft schon ausreicht. Wer jedoch mehr Funktionen will oder den Entwickler unterstützen möchte, kann ein Zertifikat kaufen oder dem Entwickler spenden.

Installation

Herunterladen kann man sich Sandboxie Plus von von Github. Dort beim „Latest Release“ die Sandboxie Plus Variante downloaden und ausführen. Danach dem Installationsassistenten folgen bis man gefragt wird ob das Programm installiert oder für die portable Nutzung extrahiert werden soll. „Extrahiere alle Dateien in einen Ordner zur tragbaren Verwendung“ auswählen, warum man das machen sollte habe ich im Artikel Langzeitnutzung erklärt. Als letztes legt man den Pfad fest in dem die Dateien extrahiert werden sollen und das Programm wird installiert.

Erster Start

Um Sandboxie nach der Installation zu starten geht ihr in den Sandboxie-Plus Ordner und startet die Datei Sandman (Sandman heißt die GUI von Sandboxie Plus). Es kommt eine Meldung die besagt das Sandboxie seine Dienste starten muss was Admin-Rechte benötigt, bestätigt dies. Jetzt kommt noch eine Meldung das Sandboxie im Portablen Modus gestartet wird und man kann auswählen wo die Ordner der Sandboxen gespeichert werden sollen. Klick auf ja oder nein und wählt dann „Diese Nachricht nicht mehr anzeigen.“, da die Nachricht sonst bei jedem Start aufpoppt.

Folge dem Einrichtungsassistenten und wähle bei Benutzeroberfläche „Erweiterte Nutzeroberfläche für Experten“. Danach kann man auswählen ob Sandboxie mit Windows gestartet werden soll, hake das am besten an, genauso wie „Füge Starte Sandgeboxt zum Kontextmenü des Explorers hinzu“ (damit kann man per Kontextmenü (was mit rechtsklick auf die Datei aufgerufen wird) eine Datei in einer Sandbox starten). Zum Schluss legt man noch fest ob regelmäßig auf Updates geprüft werden soll.

Das letzte was getan werden muss ist bei einem aufpoppendem Fenster „Zukünftig nicht auf Softwarekompatibilität prüfen“ an zu haken und auf ok zu drücken.

Einrichtung

Nach der Installation muss Sandboxie noch eingerichtet werden. In die Einstellungen kommt man über Einstellungen > Globale Einstellungen oder in dem man auf
Einstellungen
klickt.

Links sind die unterschiedliche Reiter und Oben mehrere Tabs. Zur Einfachheit werde ich zuerst den Reiter und danach den Tab nennen.

Unter Generelle Konfiguration > Generelle Optionen (wo man automatisch landet wenn die Einstellungen geöffnet werden) empfehle ich „Berechne und zeige den Festplattenspeicherplatz an, der von jeder Sandbox verwendet wird“ und „Führe Boxoptionen asynchron aus, wenn möglich“ an zu haken. Damit könnt ihr sehen wie viel Speicherplatz eine Sandbox einnimmt und durch asynchrone Boxoperationen kann Sandboxie ressourcenschonender Arbeiten.
Im Reiter Menüintegration und dem Tab Windows-Shell kann ganz unten festgelegt werden wie ein in einer Sandbox installiertes Programm in das Hauptmenü integriert werden soll. Es gibt 3 Möglichkeiten:

  • Links nicht integrieren: Programme werden nicht in das Hauptmenü integriert
  • Als Untergruppe: Programme sind in einem separaten Ordner im Hauptmenü
  • Vollständig integriert: Programm wird ganz normal integriert

Wählt aus was euch am besten gefällt. Keine Option bietet mehr Sicherheit als die andere. Wer es einfach haben möchte (so wie ich :wink:) nimmt die Option „Vollständig integriert“.

Den Rest der Einstellungen kannst du dir gerne angucken, ich persönlich habe daran aber nichts geändert.

Sandboxen

Nach der Installation gibt es eine Sandbox die DefaultBox heißt. Ich würde nicht empfehlen diese Sandbox zu nutzen da sie nicht wirklich sicher eingestellt ist, deswegen legen wir selber eine Sandbox an. Geh unter „Sandbox“ oder per Kontextmenü auf „Neue Sandbox erstellen“. Jetzt kann man sich einen Namen ausdenken und den Boxtypen wählen. In der kostenlosen Variante kann man nur die Standard Sandbox auswählen. Falls man etwas anderes auswählt wird die Sandbox nach 5 Minuten beendet.
Wähle „Konfiguriere erweiterte Optionen“ und klicke dann auf weiter.
Auf der nächsten Seite gibt es die Option „Trenne Benutzerordner“. Falls man mehrere Benutzerkonten auf dem PC hat und ein Programm mit unterschiedlichen Benutzern in der gleichen Sandbox startet, wird für jeden Benutzer ein neuer Ordner in der Sandbox erstellt.
Auf der Seite kann man auch auswählen ob der Inhalt der Sandbox nach dem Beenden des letzten Prozesses geleert werden soll. Das kann nützlich sein wenn man z.B. den Browser darin startet, um sicher zu sein das wirklich alle Cookies usw. gelöscht sind.
Die letzte Option heißt „aktiviere Sofortwiedereherstellung“. Diese Funktion sorgt dafür das man gefragt wirdob eine Datei oder einen Ordner aus der Sandbox auf das Host-System übertragen werden soll. Klingt praktisch ist im Alltag aber sehr lästig weswegen das auch deaktiviert werden sollte.
Auf der nächsten Seite kann man einstellen ob die Sandbox Internetzugriff haben darf, für diese Sandbox würde ich den Zugriff verweigern. Es gibt auf der Seite noch die Funktion „Die Rechte der Administratoren und Hauptbenutzergruppe einschränken“. Aktiviere diese Funktion. Darunter findet man die Funktion „Lasse Programme denken, sie würden mit erhöhten Rechten laufen“, sie sorgt dafür das Programme in der Sandbox denken sie würden Adminrechte haben (was nicht der fall ist). Damit kann man Programme installieren die Adminrechte benötigen.
Die nächste Seite kann übersprungen werden und dann wurde die Sandbox auch schon erstellt.

Nun muss die Sandbox aber noch richtig konfiguriert werden. Dafür macht man einen rechtsklick auf die Sandbox und geht auf Sandboxeinstellungen.

Im Tab Restriktionen findet man viele wichtige Einstellungen. Druckerwarteschlange blockiert beispielsweise den Zugriff auf den Drucker.

[…]

Im Reiter „INI Sektion bearbeiten“ kannst du folgendes hinzufügen (egal welche Zeile) um den Zugriff auf USB-Speichermedien zu blockieren:

ClosedFilePath=A:\
ClosedFilePath=B:\
ClosedFilePath=D:\
ClosedFilePath=E:\
ClosedFilePath=F:\
ClosedFilePath=G:\
ClosedFilePath=H:\
ClosedFilePath=I:\
ClosedFilePath=J:\
ClosedFilePath=K:\
ClosedFilePath=L:\
ClosedFilePath=M:\
ClosedFilePath=N:\
ClosedFilePath=O:\
ClosedFilePath=P:\
ClosedFilePath=Q:\
ClosedFilePath=R:\
ClosedFilePath=S:\
ClosedFilePath=T:\
ClosedFilePath=U:\
ClosedFilePath=V:\
ClosedFilePath=W:\
ClosedFilePath=X:\
ClosedFilePath=Y:\
ClosedFilePath=Z:\

Jetzt ist die Konfiguration der Sandbox abgeschlossen. Um zu prüfen ob du die Sandbox wie in diesem Tutorial konfiguriert hast, vergleichst du den Text im Reiter „INI Sektion bearbeiten“ mit dem hier:

Enabled=y
BorderColor=#076fee,ttl,2
Template=BlockPorts
Template=BlockTelemetry
Template=AutoRecoverIgnore
Template=BlockDNS
Template=BlockAccessWMI
ConfigLevel=10
UseFileDeleteV2=y
UseRegDeleteV2=y
DropAdminRights=y
NeverRemove=y
NormalKeyPath=*
NormalFilePath=C:\
NoRenameWinClass=*
NoRenameWinClass=Shell_TrayWind
NoRenameWinClass=#
FakeAdminRights=y
NetFwTrace=*
BlockNetworkFiles=y
ClosedFilePath=A:\
ClosedFilePath=B:\
ClosedFilePath=D:\
ClosedFilePath=E:\
ClosedFilePath=F:\
ClosedFilePath=G:\
ClosedFilePath=H:\
ClosedFilePath=I:\
ClosedFilePath=J:\
ClosedFilePath=K:\
ClosedFilePath=L:\
ClosedFilePath=M:\
ClosedFilePath=N:\
ClosedFilePath=O:\
ClosedFilePath=P:\
ClosedFilePath=Q:\
ClosedFilePath=R:\
ClosedFilePath=S:\
ClosedFilePath=T:\
ClosedFilePath=U:\
ClosedFilePath=V:\
ClosedFilePath=W:\
ClosedFilePath=X:\
ClosedFilePath=Y:\
ClosedFilePath=Z:\
ClosePrintSpooler=y
OpenClipboard=n
CopyLimitKb=-1
ClosedIpcPath=\
OpenWinClass=*/IgnoreUIPI
BlockInterferePower=y
ForceProtectionOnMount=n
IsProtectScreen=n
IsBlockCapture=y
NotifyInternetAccessDenied=n
BlockScreenCapture=y
AllowNetworkAccess=!<InternetAccess>,n
HideNonSystemProcesses=y

Je nachdem ob du eine Option nicht wie ich beschrieben eingestellt hast kann eine Zeile verändert, verschwunden oder hinzugekommen sein. Im großen und ganzen sollten sie aber übereinstimmen.

Diese Sandbox kann anschließend auch als Standard Sandbox konfiguriert werden. In den Globalen Einstellungen unter Erweiterte Konfiguration und dort als „Standard Sandbox“ die auswählen die du gerade erstellt hast.
Falls du nun ein Programm Sandboxen möchtest kannst du einfach die Standard-Sandbox duplizieren. Mache einen Rechtsklick auf die Sandbox und gehe unter Sandboxwerkzeuge auf Dupliziere Boxkonfiguration. Die duplizierte Sandbox kannst du jetzt so einstellen das sie für das Programm passt (z.B. Internet-Zugang freigeben).

Erweiterungen

Sandboxie bietet die Möglichkeit Erweiterungen zu installieren. Die Erweiterungen in den Globalen Einstellungen unter Erweiterungsmanager > Optionale Erweiterungen bieten keine großen Änderungen oder benötigen ein Zertifikat, weswegen ich davon abrate sie zu installieren (z.B. ImDisk benötigt ein Zertifikat und ist schwer wieder zu entfernen).

Mit den Erweiterungen die auf Github verlinkt wurden habe ich keine Erfahrung, wer Erfahrung hat kann sie gerne schreiben.

Programm in Sandbox starten

Wenn ein Programm in einer Sandbox installiert wurde, wird es auch immer in dieser Sandbox ausgeführt. Falls ein Programm aber schon auf dem Host installiert ist kann man auch ein Programm „zwingen“ in einer Sandbox zu starten. In den Einstellungen der jeweiligen Sandbox im Reiter Programmkontrolle und dem Tab Erzwungene Programme kann man den Namen der Datei angeben welches in der Sandbox gestartet werden soll. Zukünftig wird das Programm immer in der Sandbox gestartet.

Langzeitnutzung

Demo-Ablauf-Zeit umgehen

Nach einiger Zeit Nutzung von Sandboxie Plus (ca. 170 Tage) werdet ihr eine Meldung erhalten das die Programme verzögert starten werden, damit ihr Zeit habt euch zu überlegen ob ihr euch ein Zertifikat holt. Da du Sandboxie nur Portabel Installiert hast kannst du die Sandboxie.ini aus dem Ordner Sandboxie-Plus irgendwo anders zu sichern, und dann den Sandboxie-Plus Ordner ganz einfach zu entfernen. Danach installiert ihr Sandboxie neu, gebt bei der Installation den Ordner an wo eure Sandboxen gespeichert sind, und überschreibt die Sandboxie.ini mit der die du zuvor gesichert hast.
Wichtig ist das unter Optionen > Globale Einstellungen > Erweiterte Konfiguration > Sandboxie Konfiguration, bei Sandboxstandard bei Sandbox Dateisystemquelle der Ordner eurer Sandboxen angegeben ist, sollte der nicht stimmen habt ihr die ganzen Programme aus den Sandboxen vor der Neuinstallation nicht mehr.
Das klingt erst einmal nach viel Arbeit, ist aber in höchstens 10 Minuten geschafft.

Programm immer in einer Sandbox starten

In den Einstellungen der Sandbox unter Programmkontrolle > Erzwungene Programme kann man, wie der Name sagt, festlegen welche Programme immer in einer Sandbox gestartet werden sollen. Füge dort einfach den Namen der Executable oder den Pfad ein mit der die Datei geöffnet werden soll. Dadurch kann man auch Programme die nicht in einer Sandbox installiert sind immer in einer Sandbox starten.

Programm in Sandbox installieren - mein Ablauf

Wenn ich neue Software installiere/teste versuche ich immer zuerst es in einer strikten Sandbox zu installieren. Falls das nicht funktioniert probiere ich es mit einer Sandbox die nicht so strikt ist, und ein Mittelweg zwischen der Striktesten und der Default Sandbox ist. Falls das auch nicht funktioniert probiere ich es mit der Default Sandbox die am unsichersten ist.
Falls es in einer der Sandboxen läuft dupliziere ich diese und stelle sie so strikt wie möglich ein.
Falls alles fehlschlägt muss ich mich entscheiden zwischen:

  • Software nicht nutzen
  • Software in VM nutzen
  • Software auf dem Host installieren

Wie man sich entscheidet ist natürlich individuell, aber ich würde keine Software auf dem Host installieren die nicht OpenSource ist.

Datei Zugriffsrechte

In den Einstellungen einer Sandbox unter Ressourcenzugriff kannst man Ordner oder Dateien auswählen und folgendes einstellen:

  • Normal: Die Datei oder Verzeichnis kann gelesen werden und wenn geschrieben wird, wird die Datei in die Sandbox kopiert und die Kopie bearbeitet
  • Geöffnet: Die Datei oder Verzeichnis auf dem Host wird bearbeitet
  • Für alle geöffnet: ähnlich zu Geöffnet
  • blockiert: Datei oder Verzeichnis darf nicht gelesen oder geschrieben werden und es wird auch keine Kopie erzeugt
  • Nur lesen: selbsterklärend
  • Nur Box (nur schreiben): Wird vor der Sandbox verborgen

INI

Die Globalen Einstellungen sowie die Einstellungen jeder einzelnen Sandbox werden in der Sandboxie.ini gespeichert. In der Datei werden aber nur (!) die Abweichungen vom Standard gespeichert. In den Einstellungen einer Sandbox im Reiter „INI Sektion bearbeiten“ wird nur der Teil der Sandbox aus der INI angezeigt.

Was sollte ich Sandboxen?

Prinzipiell so viel wie möglich. Vor allem Programme die gefährdet sind, weil sie z.B. viel mit Dateien aus dem Internet arbeiten (Browser, Mail-Programm, Mediaplayer, Bildbearbeitungsprogramme, PDF-Viewer, Office, …) und Datenschleudern wie z.B. Edge (wenn man es nicht deinstallieren möchte). Falls es weitere Datenschleudern auf dem System gibt kann man diese in der gleichen oder in einer angepassten Sandbox starten und so auch den Datenschutz etwas erhöhen.

Was sollte ich nicht Sandboxen?

Programme die Zugriff auf das Host-System benötigen wie Portmaster sollte und kann man meistens nicht sandboxen. Viele AntiCheat Programme können auch nicht in einer Sandbox gestartet werden, da kann man wenigstens alle Unterprozesse in eine Sandbox stecken.

Sandboxie Plus Links

Website
Github (Quellcode)

Quellen

https://www.heise.de/tests/Programme-unter-Windows-isolieren-Sandboxie-Plus-im-Test-7271191.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Sandboxie


Ich hoffe das Tutorial konnte wenigstens ein bisschen bei der Einrichtung und Nutzung von Sandboxie helfen. Falls es Fragen, Berichtigungen, Fehler oder Wünsche gibt können die natürlich gerne geäusert werden.

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Danke für diesen Artikel.

Auf einen ÜBELSTAND weise ich hin. Ich nutze Sandboxie seit 2012 und hatte dafür auch gezahlt. Weil Schmalhans aber Küchenmeister ist, keckst mich die „Unterstützungs-Zertifikats“-Arie gewaltig an. Zerits sind BÖSE, weil 1.) Software beliebig abgeschaltet werden kann und 2.) weil weder der Aussteller noch der Zertifikatsserver mit ABSCHÄTZBAREM, VERTRETBAREM Aufwand ZEITNAH überprüft werden können. Somit: Zerts-Soft == Abbo-Soft+Unsecure.

Ein Zertifikat ist nichts anderes als eine Lizenz, die der rechtlichen Kontrolle des Lizenznehmer entzogen ist. Ein Lifetime-Zert ist schlicht Betrug, denn das Produkt muß lediglich umbenannt und umfirmiert werden, und der ganze Sch* geht von vorne los - was auch gängige Praxis ist.

Hatte ich Sandboxie in der Vergangenheit mehrfach empfohlen, werde ich es zukünftig >>>NICHT<<< tun. Den Einwand, daß Entwickler nur ungern für umsonst arbeiten, kann ich so nicht gelten lassen. Denn ICH habe den Aufwand den PC zu administrieren, dem Mist hinterherzurennen und das Geld für irgendeine ABBO-Abzocke* aufzubringen; der Haufen wird schließlich immer höher …

Gott segne meine alten PRÜFSUMMENGESICHERTEN Versionstände!

Wenn man ein Programm in eine Sandbox installiert hat, wie kann man eine Datei z.b. eine *.MM auf dem Host PC durch einen Doppelklick darauf immer mit dem Programm in der Sandbox öffnen? Momentan muss ich die Datei rechtsklicken, auf „Sandgeboxt starten“ klicken und dann die gewünschte Sandbox manuell anklicken. Geht das einfacher?

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In den Einstellungen der Sandbox unter Programmkontrolle > Erzwungene Programme kann man, wie der Name sagt, festlegen welche Programme immer in einer Sandbox gestartet werden sollen. Füge dort einfach den Namen der Executable ein mit der die Datei geöffnet werden soll.

Danke für die Infos.
Ich bin unsicher, ob ich es richtig umgesetzt habe. Ich möche beispielsweise Mindmaps (*.mm) mit der „freeplane.exe“ sandgeboxt öffnen. Im von dir angegebenen Ort „erzwungene Programme“ kann ich die freeplane.exe eintragen (Pfad C:\Sandbox<Username>\Freeplane\drive\C\Program Files\Freeplane).
Damit wird die Dateierweiterung MM nicht mit der freeplane.exe verknüpft. Um das zu erreichen könnte ich im Kontextmenü einer MM-Datei über „Öffnen mit…“ zur Freeplane.exe innerhalb des Sandboxie-Ordners navigieren (Pfad siehe oben) und dann im „Öffnen mit…“ Dialog „immer damit öffnen“ auswählen. Ist das so gemeint?

Genau so meinte ich das. Bloß bei mir war die Datei dann immer noch mit dem richtigen Programm verknüpft weswegen ich das nicht explizit erwähnt habe.

Ich hatte vorher kein Programm mit der Dateierweiterung verknüpft. Wie beschrieben einstellt, klappt es bei mir wunderbar.

Allerdings frage ich mich, ob ich dann überhaupt noch Programme in einer Sandbox installieren muss. Wenn ich eine Exe eines normal installierten Programmes zwingend in einer Sandbox starte, kann ich scheinbar jedes Programm gesandboxt starten, auch ohne es explizit in die Sandbox zu installieren.

Der größte Vorteil m.M.n. ist das man Programme die in einer Sandbox installiert sind beseitigen kann ohne das noch Datenmüll übrig bleibt.
Ein Programm zwingend in einer Sandbox zu starten nutze ich nur bei den Programmen die nicht in einer Sandbox installiert, aber darin ausgeführt werden können.

Da bei mir zu viele Programme nicht in einer Sandbox installierbar waren, nutze ich inzwischen zum Deinstallieren Ashampoo Uninstaller 12. Den gibt es ab und an kostenlos bei GiveAwayoftheday.com. Er hat einen beachtlichen Funktionsumfang, lässt sich offline installieren, aktivieren und funktioniert auch offline.

Ist etwas offtopic, aber wie ist dein genereller Ablauf, wenn du ein neues Programm installieren/testen möchtest?

Danke für den Hinweis mit Ashampoo Uninstaller.

Erst einmal stelle ich sicher das die Software vertrauenswürdig ist, denn Sandboxen sollen zwar sicher sein, eine 100% Sicherheit gibt es aber nicht.

Wenn ich neue Software installliere/teste versuche ich immer zuerst es in einer strikten Sandbox zu installieren. Falls das nicht funktioniert probiere ich es mit einer Sandbox die nicht so strikt ist, und ein Mittelweg zwischen der Striktesten und der Default Sandbox ist. Falls das auch nicht funktioniert probiere ich es mit der Default Sandbox die am wenigsten sicher ist.
Falls es in einer der Sandboxen läuft dupliziere ich diese und stelle sie so strikt wie möglich ein, aber so das das Programm noch läuft.
Falls alles fehlschlägt muss ich mich enntscheiden zwischen:

  • Software nicht nutzen
  • Software in VM nutzen
  • Software auf dem Host installieren

Wie man sich entscheidet ist natürlich individuell, aber ich würde keine Software installieren die nicht OpenSource ist.

Vielen Dank für den Überblick. Klingt sehr sinnvoll. Ich habe allerdings bisher nur die kostenlose Version von Sandboxie. Wollte erst sehen, ob das Konzept nahtlos funktioniert, bevor ich die Lizenz kaufe.

Momentan habe ich damit allerdings noch ein Problem. Sandboxie aktualisiert nach dem Bearbeiten einer Datei aus meinem „normalen“ Dateisystem mit einem gesandboxten Programm nicht die Datei, die ich doppelt geklickt habe, sondern eine Kopie davon in dem Sandboxie-Fake-Dateisystem.

Beispiel:

  1. Ich klicke doppelt auf „C:\users\user\wurst.mm“.
  2. Scheinbar wird die doppelgeklickte Datei in FreeMind geöffnet.
  3. Ich ändere etwas in der Datei und speichere ab.
  4. Ich klicke wieder doppelt auf „C:\users\user\wurst.mm“ und meine Änderung aus 3. wird angezeigt. Scheinbar alles gut.

Das Problem ist jedoch, dass die Datei unter „C:\users\user\wurst.mm“ nicht verändert wurde. Es wurde eine Kopie davon unter „C:\Sandbox\User\Freeplane\user\current“ erstellt. In dieser werden meine Änderungen eingetragen und nicht in die Datei „C:\users\user\wurst.mm“.

Dadurch bleiben meine Änderungen immer in dem Sandbox-Ordner. Schlimmer noch - da ich in meinem normalen Dateisystem darauf klicken kann und die geänderte Datei angezeigt bekomme, denke ich, meine bearbeiteten Dateien liegen brav auf meinem normalen Laufwerk aber in Wirklichkeit liegen dort nur alte Dateien.

Damit bleibt mein Eingangsthema weiterhin aktiv. Ich kann eine Datei in meinem normalen Dateisystem nicht mit einem gesandboxten Programm starten und bearbeiten [und speichern].

Gibt es dafür eine Lösung?
LG

Um das Problem zu beheben musst du in den Einstellungen der Sandbox unter Ressourcenzugriff > Dateien den Pfad "C:\users\user" einfügen und den Zugriff auf „geöffnet“ setzen. Um die bearbeitung nicht nochmal durchführen zu müssen kannst du einfach die Datei aus der Sandbox heraus kopieren zu deinem Host.

OK, verstehe. Wenn ich in Netzlaufwerken und diversen anderen Orten Mindmaps ablege und gesandboxt bearbeiten will, müsste ich diese Orte alle freigeben?

Ja genau. Allerdings weiß ich nicht ob man bei Netzwerk-Laufwerken auch noch Internet-Zugriff freigeben muss.