Wir sollen demnächst Glasfaser bekommen und da kommen doch einige technische Datenschutzfragen auf:
A) Aktiver ONT des Glasfaseranbieters (Provider-ONT) oder kundeneigene Fritzbox mit integriertem ONT (Fiber-Fritzbox) ?
Möglichkeit 1: Provider-ONT
a)
Der Glasfaseranbieter installiert bei uns als Kunden seinen vorkonfigurierten ONT (Optical Network Termination) mit eigener Stromversorgung am Ende der Glasfaserleitung. Es heißt auch „optischer Netzwerkabschluss“ oder ONU: Optical Network Unit.
Das ONT ist also ein Glasfasermodem, das manche auch „Glasfaserbox“ nennen. Das aktive ONT wandelt die optischen Signale der Glasfaser in elektrische Signale um. Das ONT hat einen LAN-Ausgang und kann über den WAN-Port direkt mit einem Router verbunden werden. Ein spezieller Glasfaserrouter ist somit nicht nötig, eine Fritzbox reicht.
b)
Der Glasfaseranbieter bietet auch an, vorkonfigurierte Fritzboxen 7530 AX zu mieten. Die haben dann einen TR-069 Fernzugriff und werden per Netzwerkkabel an den aktiven ONT angeschlossen.
Möglichkeit 2: kundeneigene Fiber-Fritzbox
Ich tendiere zu einer eigenen (nicht gemieteten) Fritzbox im Kundeneigentum mit integriertem ONT.
Nachteil: Nach dem Wechsel der Fritzbox muss man es wieder beim Netzbetreiber neu registrieren, da die Modem-ID zur Fritzbox gehört.
Dafür spricht wohl:
I)
Keine weitere Steckdose notwendig für einen aktiven ONT und wir sparen Strom.
II)
- Vielleicht liefert man weniger Daten und
- ist weniger angreifbar
- hat mehr Freiheit bei der Konfiguration?
B) TR-069 Zugriff:
Der Glasfaseranbieter behauptet, er könne per TR-069 Zugriff auf die komplette Oberfläche der FRITZbox zugreifen.
Das gefällt mir überhaupt nicht.
Angeblich ermöglicht es TR-069 nach Wikip*da auch, andere Geräte zu konfigurieren, die sich im „sicheren Bereich“ hinter der Fritzbox befinden, also hinter der Firewall.
Durch Fernzugriff könnten also auch Daten auf bestimmten Kundengeräten, auf die der Netzbetreiber Zugriff hat, geändert oder gelöscht werden.
Durch sein Funktionsprinzip würde TR-069 somit eine Backdoor darstellen, deren Existenz vielen Endkunden nicht bekannt sei und über deren Möglichkeiten sie sich nicht bewusst seien.
Was meint Ihr?
C) Glasfaseranbieter will Modem-ID, falls kundeneigene Fritzbox mit internem ONT eingesetzt wird:
Der Glasfaseranbieter sagt:
Umgeht man das aktive ONT des Glasfaseranbieters und installiert sich eine Fritzbox mit darin integriertem ONT, verlangt der Glasfaseranbieter die Mitteilung der Modem-ID der Fritzbox, damit das „System des Glasfaseranbieters“ unseren Fritzbox-Router als Modem erkennt und die Leistung darüber empfangen werden kann.
Ansonsten würde das System des Glasfaseranbieters den nicht vorhandenen oder nicht aktivierten ONT ansteuern.
I)
Ist es wirklich erforderlich, die Modem-ID mitzuteilen? Ich fürchte schon.
II)
Was hat das für Konsequenzen?
III)
Kommt der Glasfaseranbieter mit der Modem-ID in die Fritzbox-Konfiguration?
Wenn ja, wie weit wohl?
IV)
Braucht er dann auch einen Fernzugriff via TR-069 oder TR-369 oder hat der Glasfaseranbieter den dann sogar automatisch?
V)
Kann der Provider z.B. bei Störungen auch in die Fritzbox schauen ?
VI)
Falls ja, kann ich das auch abschalten?
Danke für die Tipps!